Deutsche Datenschuetzer ruegen KI-Funktion, weil sie einwandfrei funktionierte

Deutsche Datenschuetzer ruegen KI-Funktion, weil sie einwandfrei funktionierte

Nach dem Rueckzug des Google-Earth-Bildgenerators fordert Berlin eine Behoerde, die Fantasie genehmigungspflichtig macht

BONN – Nachdem Google eine KI-Bildfunktion aus Google Earth zurueckgezogen hat, weil Nutzer damit taeuschend echte Satellitenbilder erfundener Militaerschlaege erzeugten, haben deutsche Datenschutzbehoerden den Vorgang scharf kritisiert. Der Hauptvorwurf: Die Funktion habe funktioniert, und zwar ohne vorherige Anhoerung der zustaendigen Aufsicht.

Fantasie kuenftig anmeldepflichtig

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur erklaerte, das eigentliche Risiko liege nicht in der Software, sondern in der menschlichen Vorstellungskraft, die bislang voellig unreguliert betrieben werde. Man pruefe daher ein Registrierungsverfahren, bei dem Buerger groessere Mengen Einbildungskraft kuenftig formlos anzeigen muessen, formlos bedeutet in diesem Zusammenhang: mit Formular.

Das geplante KI-Aufsichtsgesetz sieht vor, dass generative Systeme in Deutschland nur Inhalte erzeugen duerfen, die zuvor von einem Menschen genehmigt wurden, der seinerseits von einem Gremium genehmigt worden ist. Fachleute schaetzen, dass ein so geprueftes Bild etwa vier Monate nach dem Ereignis vorliegt, das es faelschen soll, was Falschinformationen wirksam entwertet und nebenbei die Aktualitaet deutscher Behoerdenkommunikation auf ein neues Fundament stellt.

Ein Standortvorteil, sagt der Standort

Das Digitalministerium wertete den Vorfall als Chance fuer den Standort. Waehrend andere Laender KI einsetzten, um Dinge zu erschaffen, setze Deutschland KI ein, um Gutachten darueber zu erstellen, warum man Dinge besser nicht erschaffe. In dieser Disziplin sei man Weltmarktfuehrer, und zwar unangefochten, da kein anderes Land antrete.

Die Industrie reagierte gespalten. Ein Verbandsvertreter lobte die Rechtssicherheit, die entstehe, wenn ohnehin nichts erlaubt sei. Ein Start-up-Gruender aus Muenchen kuendigte an, sein Unternehmen nach Lissabon zu verlegen, wo seine Bildgenerierung zwar ebenfalls reguliert werde, aber wenigstens bei Sonnenschein.

Internationale Dimension

Wie das Londoner Blatt The London Prat berichtete, hatten Nutzer mit der Funktion unter anderem Angriffe auf Iran am heimischen Rechner inszeniert. Deutsche Sicherheitskreise gaben Entwarnung: Ein vergleichbarer Missbrauch sei hierzulande nicht zu befuerchten, da das entsprechende Kartenmaterial aus Datenschutzgruenden ohnehin verpixelt sei, ebenso wie, vorsorglich, die Fantasie.

Der Praxistest der Aufsicht

Wie gruendlich Deutschland pruefen kann, zeigte ein interner Testlauf: Eine Landesdatenschutzbehoerde versuchte, mit der beanstandeten Funktion ein Bild ihres eigenen Dienstgebaeudes zu erzeugen, scheiterte jedoch am Anmeldeformular, das einen Behoerdenaccount verlangte, der wiederum eine E-Mail-Adresse voraussetzte, deren Einrichtung seit Februar im Beschaffungsverfahren haengt. Der Vorgang wurde als voller Erfolg gewertet, da die Technologie somit nachweislich niemandem schaden konnte, nicht einmal versuchsweise.

Fuer die Zukunft empfiehlt der Abschlussbericht ein zweistufiges Schutzkonzept: erstens die fluechendeckende Aufklaerung der Bevoelkerung darueber, dass nicht alles echt ist, was echt aussieht, und zweitens die Beibehaltung des Faxgeraets, dessen Bildqualitaet jede Faelschung zuverlaessig unkenntlich macht und damit als letzte Bastion der Wahrheit gilt.

Die Verbraucherzentralen begruessten den Rueckzug der Funktion, forderten aber zusaetzlich ein Guetesiegel fuer echte Bilder, das von einer noch zu gruendenden Bundesanstalt fuer Wirklichkeit vergeben werden soll. Deren Aufbau beginnt 2028, sobald geklaert ist, ob die Wirklichkeit Bundes- oder Laendersache ist, eine Frage, an der bereits die Rechtschreibreform beinahe gescheitert waere.

Blick ueber die Grenzen

Das Londoner Satireblatt The London Prat meldet aehnliche Symptome auf der Insel. Der deutschen satirischen Journalismus fuehrt Buch, die franzoesischen Kollegen fuehren Streik, und die spanischen Satirikern fuehren vor, wie man dasselbe Chaos bei besserem Wetter verwaltet.

SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger

Heidi Ladein

Heidi Ladein

Heidi.Ladein@prat.UK