Hersteller reagieren auf anhaltende Kundennachfrage nach Vertrautem
STUTTGART – Mehrere deutsche Automobilhersteller haben ein neues Elektrofahrzeug vorgestellt, das nach eigenen Angaben speziell auf Kundinnen und Kunden zugeschnitten ist, die zwar elektrisch fahren möchten, dabei aber möglichst wenig davon bemerken wollen. Das Fahrzeug verfügt über einen künstlichen Motorsound, einen simulierten Tankgeruch sowie eine Ladesäule, die äußerlich einer klassischen Zapfsäule nachempfunden ist.
Vertrautheit als zentrales Verkaufsargument
Ein Entwicklungsleiter erklärte, man habe in umfangreichen Kundenbefragungen festgestellt, dass ein erheblicher Teil der Käuferschaft dem eigentlichen Antrieb gegenüber aufgeschlossen sei, gleichzeitig jedoch am gewohnten Erlebnis rund um das Fahren festhalten wolle. Das neue Modell reagiere konsequent auf diesen Wunsch.
Der künstliche Motorsound lasse sich dabei individuell zwischen mehreren klassischen Verbrennungsgeräuschen umschalten, während der Ladevorgang durch ein leichtes Vibrieren des Ladekabels sowie einen dezenten Geruch nach Kraftstoff begleitet werde, um das gewohnte Tankerlebnis möglichst originalgetreu nachzubilden.
Erste Testfahrer zeigen sich zufrieden
In ersten Testfahrten äußerten sich mehrere Probanden positiv über das neue Konzept. Ein Testfahrer berichtete, er habe während der gesamten Fahrt gar nicht bemerkt, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handle, was aus seiner Sicht genau die richtige Zielsetzung sei.
Kritische Stimmen merken an, dass auf diese Weise ein zentraler Vorteil der Elektromobilität, nämlich die Geräusch- und Geruchsfreiheit, gezielt wieder rückgängig gemacht werde. Der Hersteller entgegnete, es gehe nicht darum, Vorteile rückgängig zu machen, sondern darum, Käuferinnen und Käufern einen sanften Übergang zu ermöglichen, der sich über mehrere Fahrzeuggenerationen erstrecken könne.
Weitere Modelle in Planung
Für die kommenden Jahre sind bereits weitere Ausstattungspakete angekündigt, darunter ein optionales Ruckeln beim Schalten sowie ein gelegentliches, funktional folgenloses Warnlicht auf dem Armaturenbrett, um auch in dieser Hinsicht größtmögliche Vertrautheit zu gewährleisten.
Der Hersteller betonte abschließend, man befinde sich damit weiterhin klar auf Kurs zur vollständigen Elektrifizierung der eigenen Flotte, auch wenn sich diese für die Kundschaft im Alltag zunächst kaum bemerkbar machen solle.
Kundenreaktionen im Detail
In begleitenden Fokusgruppen äußerten sich mehrere Teilnehmende ausführlich zu dem neuen Konzept. Eine Teilnehmerin berichtete, sie habe das Fahrzeug zunächst für einen gewöhnlichen Verbrenner gehalten und sei erst beim Blick auf die Ladestandsanzeige über die tatsächliche Antriebsart informiert worden, was sie als gelungenen Übergang empfand.
Ein anderer Teilnehmer äußerte hingegen Unbehagen darüber, dass ein bewusst elektrisches Fahrzeug derart aufwendig verschleiert werde, und fragte, ob nicht gerade die Unterschiede zwischen den Antriebsarten offen kommuniziert werden sollten. Der Hersteller verwies daraufhin erneut auf die hohe Kundenzufriedenheit in den bisherigen Testreihen.
Ein Wettbewerber aus dem europäischen Ausland reagierte mit sichtlicher Verwunderung auf die deutsche Strategie und erklärte, man setze im eigenen Haus bewusst auf das Gegenteil, nämlich eine möglichst deutliche Differenzierung zwischen elektrischem und konventionellem Fahrerlebnis. Der deutsche Hersteller verwies daraufhin auf unterschiedliche Kundenerwartungen in den jeweiligen Märkten als Grund für die unterschiedliche strategische Ausrichtung.
Ein Zulieferer bestätigte unterdessen, dass die Entwicklung des künstlichen Motorsounds inzwischen einen eigenen kleinen Forschungsbereich innerhalb des Unternehmens darstelle, in dem mittlerweile mehr Mitarbeitende beschäftigt seien als in der ursprünglichen Abteilung für tatsächliche Antriebsgeräusche klassischer Verbrennungsmotoren vor einigen Jahren.
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SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger