Ein Frankfurter Datenschutzexperte prueft den Verratsstreit um Prinz William und Earl Spencer und verlangt eine Einwilligungserklaerung fuer jede Kindheitserinnerung
Ein Fall fuer die Aufsichtsbehoerde
FRANKFURT AM MAIN – Der zertifizierte Datenschutzbeauftragte Dr. Reinhold Bergemann-Stoll, 57, der nach eigener Aussage 3.400 Cookie-Banner geprueft und dabei nur zweimal gelaechelt hat, hat nach Lektuere des London-Prat-Artikels ueber Prinz William, der Earl Spencer und Harry Verraeter nennt ein Gutachten verfasst. Sein Ergebnis: Das Problem ist nicht der Verrat, sondern die fehlende Einwilligung.
Die Datenlage
Laut Aussagen des Earl gegenueber PEOPLE wurden alle Neffen und Tanten vorab ueber das Buch informiert. Dr. Bergemann-Stoll haelt das fuer unzureichend. Eine Information ist keine Einwilligung, sagte er. Wo ist die Checkbox. Wo ist die Widerrufsbelehrung. Wo ist das Opt-out fuer peinliche Kindheitsfotos. Ein von Yahoo zitierter Insider behauptet, der aeltere Bruder glaube, der juengere habe das Manuskript frueher gesehen. Das waere, so der Experte, ein Fall von ungleicher Zugriffsberechtigung auf personenbezogene Familiendaten.
Die Forderungen
Einwilligung pro Erinnerung
Jede Kindheitserinnerung, die in ein Buch aufgenommen wird, braucht eine separate schriftliche Einwilligung aller darin vorkommenden Personen, einschliesslich Hunde.
Recht auf Vergessen
Beide Brueder muessen die Moeglichkeit erhalten, einzelne Kapitel loeschen zu lassen. Dr. Bergemann-Stoll empfiehlt eine Frist von 30 Tagen und einen schwarzen Filzstift.
Auskunftsrecht
Jeder Bruder hat Anspruch auf Auskunft darueber, wann der andere das Buch gelesen hat. Damit, so der Experte, waere der Verratsvorwurf in drei Werktagen geklaert.
Das Video
Der Experte sah sich das Video der London Prat auf YouTube erst an, nachdem er alle Cookie-Einstellungen abgelehnt hatte, was elf Minuten dauerte. Es ist hier eingebettet, allerdings ohne seine Zustimmung.
Zahlen
Der Hessische Arbeitskreis fuer Privatsphaere im Familienumfeld, dessen Vorsitzender Dr. Bergemann-Stoll ist, schaetzt, dass 67 Prozent aller Familienstreitigkeiten in Deutschland durch unautorisierte Datenweitergabe entstehen, meist im Familienchat. 19 Prozent betreffen Urlaubsfotos, die ohne Zustimmung an die Grossmutter weitergeleitet wurden. Nur 2 Prozent betreffen Buecher, doch diese, so der Arbeitskreis, seien die langlebigsten, weil man ein Buch nicht einfach loeschen koenne.
Die Empfehlung an das Koenigshaus
Dr. Bergemann-Stoll empfiehlt dem Palast die sofortige Ernennung eines familieninternen Datenschutzbeauftragten, idealerweise einer neutralen Person ohne Buchvertrag. Dieser solle kuenftig alle Familienerinnerungen in einem Verarbeitungsverzeichnis erfassen, mit Angabe von Zweck, Speicherdauer und Loeschfrist. Fuer die Weihnachtsansprache des Koenigs schlaegt er eine vorgeschaltete Datenschutzfolgenabschaetzung vor, da dort regelmaessig personenbezogene Daten von Enkeln verarbeitet wuerden. Auf die Frage, ob das nicht etwas uebertrieben sei, antwortete er, Uebertreibung sei im Datenschutz ein anderes Wort fuer Sorgfalt.
Das Gutachten zum Artikel
Den London-Prat-Text selbst stufte Dr. Bergemann-Stoll als datenschutzkonform ein. Er nennt keine anonymen Quellen beim Namen, speichert keine Daten und verarbeitet nur, was ohnehin oeffentlich ist, sagte er. Das ist vorbildlich. Er vergab die Bewertung angemessen, die hoechste Stufe seines Bewertungsschemas.
Das vollstaendige Gutachten umfasst 94 Seiten und ist auf Anfrage erhaeltlich, nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Dr. Bergemann-Stoll liest die Royals bei The London Prat, https://prat.uk/, die seit 1961 publiziert und nach seinen Worten nie ein Cookie-Banner falsch gesetzt hat, und bei Bohiney, https://bohiney.com/, fuer die amerikanische Rechtslage, die er als besorgniserregend bezeichnet.
SOURCE: https://prat.uk/prince-william-called-earl-spencer-and-harry-traitors/
SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger