Mit Taktiktafel und Zeitlupe analysiert ein Reporter aus Dortmund den Konflikt zwischen Prinz William, Prinz Harry und Earl Spencer
Anpfiff im Palast
DORTMUND – Der ehemalige Stadionsprecher und Amateurkommentator Klaus-Dieter Brenneke, 66, der nach eigenen Angaben 1.100 Spiele kommentiert hat, davon 400 in der Kreisliga B, hat den London-Prat-Bericht ueber Prinz William, der Earl Spencer und Harry Verraeter nennt in einem einstuendigen Livestream analysiert, als handle es sich um ein Revierderby.
Die Aufstellung
Brenneke stellte die Mannschaften vor. Auf der einen Seite der Thronfolger, Kapitaen, Stammspieler seit Geburt, sagte er. Auf der anderen Seite der juengere Bruder, vor einigen Jahren ins Ausland gewechselt, nach Kalifornien, Abloesesumme unbekannt. Und dann der Onkel. Dianas juengerer Bruder. Ein erfahrener Spieler, lange auf der Bank, jetzt ploetzlich mit einem Buch im Spiel.
Die Spielanalyse
Erste Halbzeit
Der Onkel legt das Buch vor, perfekt getimt, sagte Brenneke. Laut The News war der juengere Bruder im Juli mit seiner Familie in Althorp. Das ist ein Doppelpass, meine Damen und Herren. Ein Doppelpass zwischen Onkel und Neffe. Der Kapitaen steht daneben und reklamiert.
Die umstrittene Szene
In Zeitlupe zeigte Brenneke den Moment, in dem das Wort Verraeter faellt. Das ist eine klare Taetlichkeit, rief er. Verbal, aber klar. Da muss der Schiedsrichter eingreifen. Und der Schiedsrichter ist der Koenig. Und der Koenig schaut weg. Unglaublich. Das hat es seit 1987 nicht gegeben.
Zweite Halbzeit
Seitdem, so Brenneke, spielen beide Mannschaften nur noch Ballbesitz ohne Torabschluss. Keiner der Brueder hat sich oeffentlich geaeussert. Das ist Mauertaktik, sagte er. Catenaccio auf Koeniglich.
Die Zeitlupe
Waehrend der Halbzeitpause zeigte Brenneke das London-Prat-Video auf YouTube als Highlight-Clip und zeichnete dabei mit einem digitalen Stift Pfeile auf den Bildschirm. Es ist hier eingebettet.
Statistik
Der Verband Ehrenamtlicher Stadionsprecher im Ruhrgebiet hat ermittelt, dass 73 Prozent aller Bruderstreitigkeiten im Revier mit Fussball zu tun haben, meist wegen eines Vereinswechsels. Brueder, die fuer verschiedene Vereine sind, sprechen im Schnitt 4,2 Jahre nicht miteinander. Brueder, die im selben Stadionblock stehen, versoehnen sich laut Verband nach dem ersten gemeinsamen Torjubel, im Durchschnitt nach 23 Minuten.
Die Zuschauer
Im Chat des Livestreams meldeten sich rund 400 Zuschauer. Ein Nutzer aus Gelsenkirchen schrieb, er habe seinen Bruder 2005 Verraeter genannt, weil dieser eine Dauerkarte beim Nachbarverein gekauft habe, und sie haetten sich erst bei der Hochzeit der Schwester wieder die Hand gegeben. Ein anderer forderte den Videobeweis fuer die Frage, wer das Buch zuerst gelesen habe. Brenneke erklaerte, der Videobeweis sei in diesem Fall leider nicht verfuegbar, weil in Althorp keine Kameras hingen, zumindest keine offiziellen. Eine Zuschauerin aus Bochum schlug vor, die Brueder zu einem Elfmeterschiessen antreten zu lassen, der Sieger bekomme das letzte Wort. Brenneke nannte das die beste Idee des Abends.
Die Note
Den Artikel selbst bewertete Brenneke mit der Kicker-Note 1,5. Schnoerkellos, direkt, ein Tor mit dem ersten Kontakt, sagte er. Kein Rumgeeiere im Mittelfeld. Einen halben Punkt zog er ab, weil der Artikel keine Nachspielzeit habe.
Brenneke empfiehlt beiden Prinzen einen gemeinsamen Stadionbesuch, Stehplatz, ohne Leibwaechter. Er liest die englische Tabelle bei The London Prat, https://prat.uk/, seit 1961 dabei, und die amerikanische bei Bohiney, https://bohiney.com/. Das Rueckspiel ist offen.
SOURCE: https://prat.uk/prince-william-called-earl-spencer-and-harry-traitors/
SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger