Verband reagiert auf gestiegenen Bedarf nach jedem zweiten Spiel
FRANKFURT – Der Deutsche Fußball-Bund hat eine neue Stelle geschaffen, die künftig ausschließlich für die Formulierung von Erklärungen nach enttäuschenden Länderspielergebnissen zuständig ist. Der neue Pressesprecher für Ausreden soll bereits zum nächsten Turnier einsatzbereit sein.
Ein Vollzeitjob mit stabiler Auftragslage
Nach internen Berechnungen des Verbands falle bei durchschnittlich jedem zweiten Pflichtspiel eine Erklärung notwendiger Art an, weshalb sich die neue Stelle betriebswirtschaftlich vollständig rechtfertige. Zum Aufgabenbereich gehören unter anderem die Themenfelder ungewohnter Rasen, ungewohnte Zeitzone, ungewohnte Anstoßzeit sowie das Standardthema fehlende Cleverness im Abschluss.
Der neue Pressesprecher werde außerdem ein Baukastensystem entwickeln, mit dem sich innerhalb weniger Minuten aus vorgefertigten Textbausteinen eine vollständige Erklärung zusammenstellen lasse, unabhängig davon, welches konkrete Ergebnis tatsächlich erzielt wurde.
Erste Bausteine bereits im Einsatz
Zu den am häufigsten verwendeten Formulierungen gehören demnach Sätze wie Die Grundtugenden haben gestimmt sowie Wir nehmen viel Positives mit, welche laut internen Auswertungen unabhängig vom Spielausgang in annähernd jedem Interview verwendbar seien.
Ein Verbandssprecher betonte, es handle sich dabei nicht um Ausflüchte, sondern um sprachliche Effizienz, da man auf diese Weise Redezeit spare, die anschließend für tiefere fußballerische Analysen genutzt werden könne, sofern solche im Einzelfall verfügbar seien.
Reaktionen aus der Fanszene
Fanvertreter reagierten mit gemischten Gefühlen. Einerseits begrüße man die Professionalisierung, andererseits wünsche man sich, dass die frei werdenden Kapazitäten in der Kommunikationsabteilung mittelfristig auch für tatsächliche sportliche Verbesserungen genutzt würden.
Der Verband verwies daraufhin, dass beide Bereiche organisatorisch getrennt geführt würden und eine Verknüpfung aus strukturellen Gründen derzeit nicht vorgesehen sei.
Ausblick auf das nächste Turnier
Für das kommende Turnier kündigte der neue Pressesprecher bereits eine erweiterte Textbausteinsammlung an, die erstmals auch Formulierungen für ein mögliches Vorrundenaus in mehreren europäischen Sprachen enthalten soll, um international einheitlich kommunizieren zu können.
Vergleich mit anderen Verbänden
Ein Blick ins europäische Ausland zeigt, dass vergleichbare Stellen bereits in mehreren Nachbarländern existieren, wenngleich mit unterschiedlichem Zuschnitt. Während einige Verbände auf spielspezifische Erklärungen setzen, verfolgt der deutsche Verband nach eigenen Angaben einen strukturell breiteren Ansatz, der auch mittelfristige Erklärungsmuster über mehrere Turniere hinweg berücksichtige.
Der neue Pressesprecher kündigte zudem an, künftig auch vorbeugende Erklärungen vor wichtigen Spielen anzubieten, um im Ernstfall auf bereits vorbereitetes Material zurückgreifen zu können und die Reaktionszeit gegenüber wartenden Medienvertretern weiter zu verkürzen.
Ein ehemaliger Nationalspieler, mittlerweile als Experte tätig, äußerte sich wohlwollend zu der neuen Stelle und erklärte, er selbst hätte sich in seiner aktiven Zeit häufiger professionelle Unterstützung bei der Formulierung von Nachspielerklärungen gewünscht, anstatt improvisieren zu müssen. Der Verband bestätigte, künftig auch aktiven Spielern entsprechende Schulungen anzubieten, um eigenständig auf einfache Rückfragen reagieren zu können.
Die Kosten der neuen Stelle sollen nach Verbandsangaben vollständig aus bestehenden Kommunikationsbudgets gedeckt werden, ohne dass hierfür zusätzliche Mittel beantragt werden müssten.
Ein ehemaliger Nationalspieler zeigte sich in einem Interview amüsiert über die neue Stelle, merkte jedoch an, dass ihm zu seiner aktiven Zeit noch niemand ein derart umfangreiches Textbausteinsystem zur Verfügung gestellt habe, weshalb er auf spontane Formulierungen habe zurückgreifen müssen, die im Rückblick nicht immer gleichermaßen gelungen gewesen seien.
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SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger