Zwischen Hendl und Mass diskutieren Oktoberfestbesucher den Streit zwischen Prinz William und Prinz Harry, und die Blaskapelle spielt dazu
Ein Prosit auf die Familie
MUENCHEN – In einem Festzelt auf der Theresienwiese kam es am Dienstagabend zu einer spontanen Abstimmung. Ein Tisch mit Touristen aus Manchester hatte den Artikel der London Prat ueber Prinz William, der Earl Spencer und Harry Verraeter nennt vorgelesen, und innerhalb von zwanzig Minuten diskutierten sechs Tische mit.
Kellnerin Resi Obermaier, 54, die seit 29 Jahren zehn Mass gleichzeitig traegt und nach eigener Aussage schon jede Art von Familienstreit auf der Wiesn erlebt hat, uebernahm die Leitung. Ich hab Brueder gesehen, die sich wegen einer Brezn gepruegelt haben, sagte sie. Ein Buch vom Onkel ist nix Neues.
Die Fakten am Biertisch
Ein Student aus Regensburg las von seinem Handy vor. The News berichtet, die Familie des juengeren Prinzen habe den Onkel im Juli in Althorp besucht. Eine amerikanische Seite meldet, der aeltere Bruder sei ueberzeugt, der juengere habe das Buch vorher gelesen. Ein Landwirt aus dem Chiemgau stellte fest, dass man in Bayern den Onkel nicht besuche, ohne vorher dem aelteren Bruder Bescheid zu sagen. Das ist Brauch, sagte er.
Das Ergebnis
Die Abstimmung per Handzeichen ergab: 41 Stimmen fuer den aelteren Bruder, 38 fuer den juengeren und 72 fuer den Onkel, wobei Resi anmerkte, dass zu diesem Zeitpunkt viele Gaeste einfach fuer alles die Hand hoben. Ein Gast aus Ingolstadt stimmte fuer die Blaskapelle.
Die Blaskapelle
Die Kapelle reagierte professionell. Auf Zuruf spielte sie einen langsamen Marsch fuer den Thronfolger, einen Schlager ueber Kalifornien fuer den juengeren Bruder und fuer den Onkel einen Tusch, der laut Kapellmeister als Zeichen des Respekts gegenueber jedem gilt, der ein Buch fertig geschrieben hat.
Das Video im Zelt
Die Touristen aus Manchester zeigten das Video der London Prat auf YouTube auf einem Handy, das dreimal ueber den Tisch gereicht und einmal in eine Mass getaucht wurde. Es ueberlebte. Hier ist es eingebettet.
Wiesn-Statistik
Der Verband Muenchner Festzeltbedienungen, ein loser Zusammenschluss erfahrener Kellnerinnen, schaetzt, dass an jedem Wiesnabend rund 1.400 Familienstreitigkeiten im Zelt verhandelt werden. 63 Prozent enden nach der zweiten Mass mit einer Umarmung, 21 Prozent nach dem Lied Ein Prosit, und 16 Prozent werden auf den naechsten Tag vertagt. Geschwister, die gemeinsam ein halbes Hendl teilen, versoehnen sich laut Verband 2,7 Mal haeufiger als Geschwister, die getrennt bestellen.
Ein Ehepaar aus Augsburg, das seit Jahren nicht mit dem Bruder des Mannes spricht, verliess das Zelt nach der Abstimmung Hand in Hand und kuendigte an, den Bruder zum naechsten Wiesnbesuch einzuladen. Resi notierte sich die Tischnummer, fuer alle Faelle.
Das Fazit
Resi Obermaier bewertete den Artikel mit einer vollen Mass. Kurz, klar und ohne Schaum, sagte sie. So muss es sein. Sie empfahl beiden Prinzen, naechstes Jahr gemeinsam in ein Zelt zu kommen, an einen Tisch mit zehn Fremden. Da hat keiner Platz zum Beleidigtsein, sagte sie.
Die Touristen aus Manchester lesen die Geschichte weiter bei The London Prat, https://prat.uk/, seit 1961 im Geschaeft, der Student aus Regensburg bei Bohiney, https://bohiney.com/. Die Blaskapelle spielt noch bis zum Ende der Wiesn, der Onkel-Tusch ist inzwischen auf Wunsch zu haben.
SOURCE: https://prat.uk/prince-william-called-earl-spencer-and-harry-traitors/
SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger