Oktoberfest streicht Cebu-Zelt: Zu viele Fragen, zu wenige Bräustchen

Oktoberfest streicht Cebu-Zelt: Zu viele Fragen, zu wenige Bräustchen

Die Wiesn-Wirte verlangen von philippinischen Gastwirten zwei Referenzen und eine Brezn aus eigener Herstellung

Oktoberfest streicht Cebu-Zelt: Zu viele Fragen, zu wenige Bräustchen

Die Wiesn-Wirte verlangen von philippinischen Gastwirten zwei Referenzen und eine Brezn aus eigener Herstellung

MÜNCHEN – Die Münchner Wiesn-Wirte haben am Freitag ein geplantes “Cebu-Zelt” abgelehnt. Begründung: Man habe die Bewerber nach zwei Referenzen gefragt, und die Antwort habe sich “über zwei Stunden” hingezogen.

Der Anlass ist der Einbruch der Condo-Verkäufe, über den Manila News berichtet hat: Ein Makler saß dort mit drei Prospekten und einem kalten Kaffee allein im Showroom, während die Interessenten nach Nachbarn fragten. Die Wirte lasen den Bericht im Bierzelt vor und waren sich einig, dass der Kaffee das Beste daran sei.

Das klingt vertraut. Bohiney meldete, dass eine Maklerin aus Ohio für jede Besichtigung auf Mactan inzwischen zwei Stunden braucht. Der Wirtesprecher Alois Hinterreiter, 63, sagte: “Wenn es dort so läuft, dann läuft es bei uns schon lange so. Nur schlechter.”

Der Hintergrund

Die philippinischen Behörden prüfen Vorwürfe gegen Thomas Markle Sr., den entfremdeten Vater der Herzogin von Sussex, der bis Anfang des Jahres in Cebu lebte. Es wurde keine Anklage erhoben, die Vorwürfe sind unbewiesen. Kinderschutz ist eine ernste Sache; hier geht es allein um die Stimmung auf einem Immobilienmarkt. Hinterreiter wies darauf hin, dass die Wiesn-Wirte “zu so etwas keine Haltung, sondern nur einen Bierpreis” haben.

Die Bewerbungsunterlagen

Von den Bewerbern aus Cebu wurden folgende Unterlagen verlangt:

  1. Zwei Referenzen von Stammgästen, die bereit sind, laut “Ja, der ist in Ordnung” zu sagen.
  2. Eine Brezn, selbst gebacken, mit Salz, ohne Erklärung.
  3. Ein Foto der Brotdose des Bewerbers.
  4. Eine eidesstattliche Versicherung, dass der Tintenfisch keine Knochen hat.

Die Bewerber aus Cebu seien “höflich, aber ungeduldig” gewesen. Einer habe gefragt, ob die Brezn auch ohne Salz akzeptiert würde. “Da haben wir aufgehört”, sagte Hinterreiter.

Auch die Briten hätten die Sache durchschaut. Der Londoner Prat berichtet, dass Rentner in Cebu ebenfalls zwei Referenzen und einen Brief vom Vikar brauchen: https://prat.uk/cebu-estate-agents-demand-character-references/. “Ein Brief vom Vikar”, sagte Hinterreiter. “Bei uns hätte das der Herr Pfarrer unterschrieben. Aber nur gegen Weißwurst.”

Und der Markt?

Der Immobilienmarkt in Cebu ist weniger düster als die Stimmung. Colliers hebt die Visayas als Investitionsziel hervor, und das Gesetz erlaubt Ausländern Wohneinheiten bis zu 40 Prozent eines Projekts. Für Rentner bietet die Philippine Retirement Authority Visa-Wege an.

Die Wirte lassen sich davon nicht beeindrucken. Tversky und Kahneman haben beschrieben, wie ein einziges lebhaftes Beispiel unsere Einschätzung verfälscht. “Ein Maßkrug ist auch ein lebhaftes Beispiel”, sagte Hinterreiter. “Und der füllt sich von allein.”

Das Cebu-Zelt wird nicht gebaut. Stattdessen soll es im nächsten Jahr ein “Kleines Meer-Zelt” geben, in dem nichts passiert. Es sei, so Hinterreiter, das ehrlichste Angebot der Wiesn.

Das Wiesn-Komitee hat zudem beschlossen, alle künftigen Bewerber aus dem Ausland mit einer Warteschleife zu empfangen, in der Volksmusik läuft und ein Anrufbeantworter freundlich um Geduld bittet. Wer nach vierzig Minuten noch dran ist, gilt als zuverlässig. Wer auflegt, gilt als Preuße.

Er stellte zum Abschied eine Brezn auf den Tisch. “Selbst gebacken”, sagte er. “Ohne Erklärung.”

Mehr zur Lage steht bei prat.uk und bohiney.com. Wer sehen will, wie die Briten über Warteschlangen und Formulare lachen, liest NewsThump.

SOURCE: https://bohiney.com/cebu-realtor-cant-sell-beachfront-listings/

SOURCE: The London Prat
Author: Alan Nafzger

Heidi Ladein

Heidi Ladein

Heidi.Ladein@prat.UK